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Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ 

Einen besonderen Schultag erlebten rund 60 unserer Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen am Freitag, den 13. Dezember 2019. Das Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“, in dem das Thema „Gewalt im Namen der Ehre“ interaktiv diskutiert wird, gastierte am Vormittag in der Turnhalle der Schule.

Das Projekt ist eine Kooperation der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES e.V., der Beratungsstelle YASEMIN und der mobilen Theaterbühne „Mensch: Theater!“ und wird vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich schon während des Stücks mit dem Thema „Gewalt im Namen der Ehre“ auseinander und vertieften das Gesehene anschließend in theaterpädagogischen Workshops. Verschiedene Konfliktsituationen aus dem Alltag von Jugendlichen, die mit dem Thema Gewalt im Namen der Ehre zu tun hatten wurden dabei aufgegriffen. Die verschiedenen Szenen – Ächtung von Homosexualität, Einschränkung durch traditionelles Rollenverständnis, Jungfräulichkeit und Zwangsverheiratung wurden vom Ensemble kurz gespielt und danach direkt mit den Jugendlichen besprochen. So konnten sie in das Geschehen eingreifen und Handlungsvorschläge machen, wie eine Situation entschärft oder zu einem anderen Ende kommen könnte. „Mir hat sehr gut gefallen, dass wir selber Theater spielen und mitmachen durften“, meinte eine Schülerin dazu.

Mitarbeiterinnen von TERRE DES FEMMES e.V. und die Beratungsstelle YASEMIN boten den Jugendlichen mit einem Infostand und Flyern die Möglichkeit, sich über Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten für Betroffene von Gewalt im Namen der Ehre zu informieren. Sie diskutierten außerdem mit den Schülerinnen und Schülern über Tradition, Menschenrechte und die Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Während die Schülerinnen und Schüler das Gesehene in Workshops verarbeiteten, hatten die Schulleitung, Lehrkräfte und die Schulsozialarbeiterin der Rosensteinschule Gelegenheit, zu einem Informationsgespräch mit einer Mitarbeiterin von TERRE DES FEMMES, die weiteres Begleit- und Informationsmaterial mitgebracht hatte. Das Theaterprojekt wird bis Ende 2020 an insgesamt zwanzig Schulen in ganz Baden-Württemberg aufgeführt.